Ein Fußballspieler hat sich umgebracht, ein Sportler, der unter Depressionen litt. Er hat sich auf die Gleise gestellt und auf den Zug gewartet. Dem deutschen Qualitätsjournalismus ist es zu verdanken, dass alle schnell erfahren haben, dass Robert Enke schon seit 2003 in therapeutischer Behandlung war und seine Depression in Schüben kam. Aha. Er hat sich offiziell nie anmerken lassen, wenn es ihm nicht gut ging. Er war ein Mann wie ein Baum, oft ein Lächeln im Gesicht, für andere da. Wie es hinter der Fassade und im Inneren des Torwarts aussah, wussten die wenigsten. Das konnte ja keiner ahnen und wenn – sind sich alle einig – hätte man ihm sicherlich helfen und ihn mehr unterstützen können…
Was Enke zu Lebzeiten an Informationen zu wenig geliefert hat, wird jetzt – nach seinem Tod – von den Medien nachgeholt. An die Öffentlichkeit gelangt alles, was gefunden wird, schließlich will man ja wissen, was Enke für ein Mensch gewesen ist, wie er lebte und was er machte, wenn er nicht im Tor stand. [„Hier hat er gewohnt, hier ist er zur Schule gegangen, hier hat er trainiert, hier ist er gestorben.“] Was zu seinen Lebzeiten zwei Schlagzeilen einbrachte, ist jetzt hundert Schlagzeilen wert, auch wenn man dafür ein bisschen in den eingestaubten Archiven rumkramen muss. Dient ja der guten Sache. Dient der Information.
Die Sender überschlagen sich im Sekundentakt mit neuen Meldungen; was der eine noch nicht weiß, hat der andere schon im Programm. Reporter lungern vor dem Stadion rum, sprechen mit Fans, Freunden, Angehörigen. Sie alle eint die gleiche Emotion: Totale Bestürzung.
Manche sind so bestürzt, dass sie ihre Gefühle kaum in Worte fassen können, andere versuchen es erst gar nicht und schweigen lieber oder zünden eine Kerze an. Viele weinen. Inzwischen wissen die meisten, dass der tote Nationaltorwart schon zu Lebzeiten ein zerrissener Mensch war. Das macht die Tragik noch ein bisschen tragischer.
Auch dass Enke, der erst ein Kind – und dann den Willen zum Leben verlor, seine Traurigkeit unausgesprochen ließ, bestürzt. Reporter berichten, dass sie selbst mit den Tränen kämpfen müssen, weil ihnen die Pressekonferenz von der sie berichten, „ziemlich“ an die Nieren ging. Dazwischen Großaufnahme von Enkes Witwe, Kameraschwenk auf einen fassungslosen und weinenden Oliver Pocher. Bei Pro7 hat man derweil ein paar alte Schulfreunde ausfindig gemacht, um sich ein besseres Bild über den Menschen Robert Enke zu machen. Vielleicht wird man in den nächsten Tagen zu seiner Familie latschen und um ein Exklusiv-Interview bitten; vielleicht wird man ein paar Pillenrezepte finden, in seinem Spint schnüffeln, den Müll durchsuchen und seine Trikots für einen guten Zweck versteigern. Vielleicht wird man wochenlang zu den Gleisen pilgern, auf denen sich der Sportler entschieden hat, dem Leben Auf Wiedersehen zu sagen. Bestimmt aber wird Enke zum tragischen Fußball-Helden. Das aufgebauschte Medien-Szenario, in dem es schon längst nicht mehr um den toten Fußballer geht, wird in der momentanen Bestürzung mit Anteilnahme und Kondolenz verwechselt. Unter dem Deckmantel der Information wird klick- und medientauglich alles verramscht, was Quote bringt. Am Ende des Tages werden viele mehr über den Toten wissen, als dieser zu Lebzeiten über sich selbst. Ein Trauerspiel.











nichts mit Mathe zu tun, sondern nur damit, dass ich eben Dinge miteinander verknüpfe, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Wenn ich das Foto ein zweites und drittel Mal betrachte, fällt mir immer noch keine Verbindung zur der Geschichte von eben ein. Vielleicht liegt sie ja in der Erinnerung. Beim Anblick der Gewürze muss ich an die Menagen in unserer Mensa denken und wenn ich an unsere Mensa denke, denke ich automatisch an unser College. Ha, sehta; da ist der Bogen! Na, wie habe ich das wieder hingekriegt?

"Im Schüttelfrost liegt irgendwo in einem Busch mein Puls"...
.....................................................................................
....................................................................................................
........................................................