Feeds:
Artikel
Kommentare

Heute beginnt in Berlin die Modemesse Bread & Butter, und dass- unglaublich!- auf dem stillgelegten Gelände des Flughafens Berlin-Tempelhof. Schon ordnungsgemäß akkreditiert? Die Bread & Butter öffnet ihre Tore meist nur für Fachpublikum und  sowieso ist diese Messe ganz ganz wichtig! Ich freue mich in den kommenden Tagen auf Berichterstattungen von Edelfedern , – alter aufgekochter Brei aus dem vorigen  Jahr und Barcelona – diamantene Floskeln und Seifenblasen aus Blablabla und Blubblubblub. Dieses sich (schon vorher) Selbstbeweihräuchern und in den Modehimmel loben ist wie ein Abgesang auf einen Scheißhaufen  in einem Hinterhof und sterbenslangweilig.

Die Partys der Bread & Butter sind natürlich nur für geladene Gäste, mit dickem fetten Security-Personal, Rasierklingenschmugglern, Einlasskontrollen an der Tür und heiß begehrt! Nur die hippsten und schrägsten Vögel bekommen Einlass oder Leute, die Leute kennen, die wichtig sind wie zum Beispiel die Ochsenknechts, Jimmy Blue oder Nova Meierhenrich. Wer nicht wichtig ist, kommt nicht rein oder fliegt raus. Lucia wird Glück haben, denn sie hat die neue Clutch von Guess und ist die Tochter eines kastilischen Kleinkriminellen, der die Veranstalter schon in Barcelona regelmäßig mit Stoff versorgt hat. Mit breitem Mette Marit- Grinsen wird sie die Kontrollen passieren, die schärfer, als in Heathrow sind.  Drinnen tanzt sie dann zur „hammermäßigen“  Mucke von DJ-Spasti, während draußen der Pöbel den komplett durchdesignten Türsteher um Einlass anbettelt. Herrlich kafkaesk! 

Modemesse Bread and Butter

In Berlin leben die meisten Hartz-IV-Empfänger Deutschlands. 17 Prozent der 3,4 Millionen Berliner warten  monatlich in langen Schlangen vor dem Amt und beziehen Stütze. In Bayern hingegen sind nur ca. 3,7 Prozent arbeitslos. Aber Berlin ist cool und hip. „Hier schlägt der Puls der Zeit anders“,  so neulich eine Frau mit Nina Ruge-Gesicht in der U2.  Ich könnte schwören, die Betonung lag auf dem Wörtchen: a n d e r s. Anders als wo? In Bayern?  Glaub’ ich nich’!

Berlin2Berlin3Berlin4

Berlin1

In eigener Sache

Liebe Freunde, Bekannte und Kollegen, lieber Seppi, ich suche bis Ende August eine neue Bleibe. Die Wohnung sollte nicht mehr als 50 Öro kosten und nicht kleiner als 150 qm sein! Also: Bitte meldet Euch, wenn Ihr einen Tipp habt. Ich freue mich auch übers Weitersagen.

Verenas Wünsche: 1,5-2 Zimmer, bis 450€ warm (komplett), Wohnküche wäre supi, bitte kein Erdgeschoss wegen der Einbrecher und so, renovierungsbedürftig– o.k., bevorzugte Wohngegend: rund um die Schönhauser Allee, Mitte und Pankow.

Vielen Dank !

 

Wohnküche

Foto-Quelle: Lolitas.se

Es gab zwei Dinge, die man mir beim Kauf meines IBM Think Pad höflicherweise mit auf den Weg gegeben hat. 1.: Nie besoffen Browser fahren und 2. am Laptop weder essen noch trinken, es könnten Brösel in die Tastatur gelangen oder Saftgläser umkippen. Ich habe keinen der Hinweise befolgt und bin trotzdem gut zurechtgekommen. Mein Think Pad, das vor 20 Jahren mal siebentausend Mark gekostet hat- ja, ich sags nochmal: siebentausend Mark- und ich, waren Freunde. Für 200 Öro habe ich den T23 käuflich erworben, nachdem er irgendwo in Reinickendorf vom Laster fiel und dabei heil geblieben ist. Ja, wir waren ein eingeschweißtes Team! Bis gestern. … Bis der olle Apfelsaft über die Tastatur schwappte und ins Innere drang. Dann wars für immer vorbei mit uns, von jetzt auf gleich.

Nun muss dringend was Neues her. Was Kleines, Handliches, Schickes, Preiswertes. Einer ne Idee? Und bitte, bitte fragt nicht, ob ich regelmäßig Daten gesichert habe. Es könnte nämlich passieren, das man auf eine solche Frage, irgendwo in Mitte jemanden vier Strassen weit schreien hört….

ibm_t23-

Es ist  immer wieder gewöhnungsbedürftig, zu beobachten, wie sich Kellner  ihren Gästen gegenüber verhalten. Ist ein Gast forsch, ein wenig dreist und fast schon zu selbstbewusst; platzt in das Restaurant herein; setzt sich an einen Tisch, der bereits für einen anderen reserviert ist und gibt ein lautes und langes: „Herr Oooooober“ von sich, dies natürlich in Kombination mit einem gekonnten Fingerschnippen- ist der Kellner…? “S o f o r t zur Stelle!”

Mit Karte und Feuerzeug in der Hand mimt er den Bückling und grinst. Seine Aufmerksamkeit gilt den Fordernden. Er hofiert, hängt Jacken auf, schenkt Wein nach, informiert sich über den Zustand des Essens oder ob es den Herrschaften schmeckt. Andere Gäste, die freundlich und r e s e r v i e r t  (kleines Wortspiel) brav auf die Karte warten, nicht murren und nicht zetern, sind- wie es scheint- für Kellner „weniger wert“. Das sind sie deshalb, weil von ihnen höchstwahrscheinlich nur ein läppisches Trinkgeld, dafür aber ein großes Dankeschön kommt.  Umgekehrt wär’ besser! Hingegen werden die Nörgelnden für die Betuchten gehalten und von denen wiederum ist ein ordentlicher Prozentsatz zu erhoffen. Aus diesem Grund  werden die Fingerschnipper schneller bedient, ihre Gläser sind gefüllter, man hört Sätze wie: „Selbstverständlich, mein Herr.“ oder „Kommt sofort, die Damen!“

Dem freundlichen Gast jedoch wird die Karte mit leicht angewidertem Gestus vor die Nase gepfeffert; es gibt weder eine Empfehlung, noch ein gebrubbeltes “Hat`s geschmeckt?”, denn es ist von den zurückhaltenden Leuten, was den Umsatz betrifft,  nicht viel zu erwarten.  Sie blockieren unnötig die Tische, trinken den billigen Hauswein und lesen 10 min die Karte, die- nebenbei erwähnt- oft nur 5 Gerichte hat- rauf und runter, um sich anschließend für eine preisgünstige Vorspeise, einen Apèratif oder den Kinderteller zu entscheiden. Der Kellner würde diese Spezies vermutlich am liebsten in ein Ikea-Restaurant schicken und bestimmt würden sie dort besser bedient. Man sollte als Gast kein Widerling sein, es kann  aber – wünscht man sich einen gelungenen Abend in schönem Ambiente – nicht schaden, wenn man sich dem Bedienpersonal gegenüber ein ganz kleines bisschen arschlochmäßig verhält. In diesem Sinne: Guten Appetit!

Mädchenitaliener

Michael Jackson

Foto: AP

Der moderne Mann

bzw. der Mann von heute, liebt Blumen. Er trägt Jacketts von Opa und züchtet Bio-Tomaten auf Balkonien. Der moderne Mann riecht nach Flieder, Lavendel und bestimmt auch ein bisschen nach Mottenkugeln. Der glückliche  Blick des modernen Mannes zeigt, dass Zukunftsängste und Sorgen darüber, was morgen wird, vollkommen  unbegründet sind. Der moderne Mann trägt Bunt.

Der Mann von heute

Gesehen bei Stil in Berlin.

“Eine Uzzi? Ich bin nicht aus dem beschissenen South Central Los Angeles. Ich hatte nicht vor, ‘ne Horde schwarzer Kinder aus voller Fahrt abzuknallen! Ich will ‘ne normale Knarre für nen normalen Menschen!”

bruegge

“Also um ehrlich zu sein hört sich das an, als sei es deine eigene Schuld. Ich meine wenn du ´nen Mann ausrauben willst und nur Platzpatronen hast und du zulässt, dass dir die Waffe abgenommen wird, und du zulässt das dir ´ne Platzpatrone ins Auge geballert wird wobei ich annehme, dass die Person dafür ziemlich dicht an dich heranmuss- ja dann bist du selbst Schuld, dass du so ´ne Schwuchtel bist.”

bruegge sehen und sterben1

Grandioser DVD-Weiberabend mit  Brügge sehen und…und sterben? Dank an Gesa.

Manchmal, wenn die finanzielle Situation schon am Monatsanfang miserabel ist, macht man sich als Freier Journalist  seine Gedanken: Über die Zukunft, das Leben, den Job und ob man was falsch gemacht hat- bei alldem. Ich habe fünf Jahre Literatur und Kunst studiert und einen so bravorösen Abschluss hingelegt, dass der Dekan extra persönlich vorbeigekommen ist, um mir die Hand zu schütteln. Warum er mich ständig Frollein Mönig nannte, ist mir bis heute zwar schleierhaft, aber egal. 

Nach dem Studium habe ich mir die Welt angeschaut und Ecken  gesehen, die so schön sind, dass man sie fast nicht erträgt. Zurück in Berlin staubte ich in den staatlichen Museen der Hauptstadt als Kunsthistorikerin 6 Monate für 6,50€ die Stunde kleine Pimmel großer griechischer Statuen ab und flog raus, weil mir einer davon versehentlich abbrach. Dann machte ich etliche unbezahlte Praktika bei Vereinen, die gern so tun als ob, aber eigentlich (sic!) von der Materie wenig Ahnung haben.

Einmal bin ich in einer alt eingesessenen Westberliner  PR-Agentur gelandet. An meinem ersten Tag führte mich der Chef der Firma erst rum und dann vor, in dem er mich bis Dienstschluss zum Archive Entstauben schickte. In dem Archiv waren viele Akten von und über Stars, ich entdeckte sogar eine alte aus den frühen Siebzigern über Klaus Kinski, die ich mir vorsichtshalber „sicherte“. Der Chef rauchte unentwegt Zigarre und kommandierte das ganze Team, einschließlich seiner Familie, die auch in dem Unternehmen angestellt war. „Wir haben uns auf Home-Storys spezialisiert. Guck’, hier haben wir die Bonnie Tyler in Oxford besucht und morgen werden wir mal versuchen, der Wenke Myhre ein paar Geheimnisse zu entlocken“, hat er geprahlt.

Ich hielt in dem Laden drei Tage durch und wechselte anschließend zu Ulla Kock am Brink, die mir beibrachte, dass die meisten Medien lügen und sie ihrer Ex-Kumpeline Sabine Christianssen den Mann überhaupt nicht ausgespannt habe, sondern dass die Liebe sich einfach nur ihren Weg bahnte, wofür sie aber nichts könne und sowieso, in der Liebe gäbe es keine Verbote. Man könnte die Geschichte ewig weiter erzählen, aber ein Blog ist hierfür kein geeignetes Medium.

Es ist jedenfalls so, dass ich- wie man sieht- immer noch schreibe, obwohl  ich die ganze Schose manchmal an den Nagel hängen wollte. Mittlerweile erarbeite ich mir die Piepen für die Miete unter anderem mit dem Schreiben von Erotikmeldungen. Hier mal ein kleines Beispiel.

preview_img

Kurz und knackig sollen die Erotikmeldungen sein und vor allem dem Leser gefallen. Jawohl. … Und heiß machen solllen sie, inspirieren und animieren. Ich habe schon das ein oder andere Mal überlegt, zwischen die Meldungen heimlich ein Foto von mir einzufügen, sodass meine Fresse  binnen von Minuten ganz Deutschland kennt.  Fakt ist, dass den Teletext täglich Millionen Menschen lesen und die Erotikmeldungen sind die meist gelesenen überhaupt, sagt der CvD. Wenn mein Puppengesichtchen also jeder kennt, ist das ein Bonus, durch den man ziemlich coole und lukrative Jobs an Land ziehen könnte, wie Zapp mit dem Artikel: Nebenverdienste: Wie Fernsehmoderatoren ihre Prominenz vermarkten jetzt offenbarte.

Da ist zum Beispiel der Journalist Peter Hahne, der für einen Vortrag nebenbei und auf die Schnelle 10000 Tacken absahnt oder die kühle Blonde, Petra Gerster, die für ein bisschen Laber Rababer 14000 Euro einkrallt. Da frage ich mich: Was soll das für ein Vortrag sein, den die Frau Gerster so gut halten muss, dass man ihr hinterher ein Haufen Piepen in den guten Peek & Cloppenburg-Blazer steckt? Huhu! Ich machs Euch für die Hälfte!

Dann gibt es prominente Journalisten die auf Tagungen von Energiekonzernen rumtanzen, mal was ins Mikro sagen, schön grinsen und hinterher mit 8500€ mehr in der Tasche in die nächste Kneipe einkehren. Ich würde nach so einem Energie-Vortrag sogar Podiumsdiskussionen anregen, wenn die Auftritte so üppig honoriert sind. Also: Es darf sich bei mir gemeldet werden!

Ansonsten empfehle ich, in den nächsten Tagen Obacht zu geben! Es könnte passieren, dass mein leicht desillusioniertes Antlitz  plötzlich und unerwartet, aber adrett in Rüschenbluse und Puffärmel über die Mattscheibe flimmert und mir kurz darauf etliche Unternehmen die Bude einrennen.  Bis dahin heißt es für mich: Immer schön im Schreibfluss bleiben!

Mein lieber Freund Peter, der Literaturstudent, hängt neuerdings bei Maybrit Illner rum, als Praktikant. Anfangs war ich skeptisch, aber mittlerweile finde ich, dass er sich dort einen richtigen Namen gemacht- und seine eigene Fangemeinde aufgebaut hat. Wöchentlich stürzt er sich mutig mit Mikro und Kamerateam auf unsere Straßen und quatscht Passanten an. Manche kriegen es natürlich nicht gleich auf die Reihe und sind erschrocken:  “Kommt das im Fernsehen? Bin ich dann im Fernsehen?“, fragen sie mit Kasper-Hauser Lächeln,  aber Peters Kameraaffinität reißt alles raus. Monsignorehaft steht er seinen Mann, Woche für Woche und kriegt dafür hoffentlich auch ein paar Piepen. Ich finde, dass Peter mit leicht ergrauter Impresario-Frisur fast ein besseres Moderatorengesicht hat, als Maybrit Illner. Das Thema ihrer  heutigen Sendung ist übrigens der Versuch einer Klärung folgender Fragen.

„Habt Ihr Vertrauen in unsere “Halbgötter in Weiß”? Glaubt Ihr, dass ein Ärzte-TÜV im Internet, wie ihn die AOK plant, die Gesundheitspolitik, bzw. die Versorgung der Patienten transparenter machen? Wie sucht Ihr Euch den “Arzt des Vertrauens” aus? Kennt Ihr Menschen, die mit Ihren Beschwerden auf das nächste Quartal warten, um nicht doppelte Praxisgebühren zahlen zu müssen? Findet Ihr Forderungen der Ärzte nach besserer Bezahlung gerechtfertigt, oder ist das Jammern auf hohem Niveau? Die Rede ist andauernd von dem „mündigen Patienten“, habt Ihr das Gefühl Euch genügend informieren zu können? Habt Ihr das Gefühl, oder Menschen in Eurer Umgebung, die Budgetierung beim Arztbesuch am „eigenen Leib ” zu spüren?”

Ich weiß nicht, ob alle Fragen beantwortet werden, aber wie es aussieht, wenn Peter ein schniekes Filmchen  für Frau Illner dreht, sieht man hier:

Sollte jemand eine Filmrolle für Peter haben, kann er sich selbstverständlich mit mir in Verbindung setzen, aber bitte nicht zwischen 12 und 2, da spekuliere ich an der Börse.

Ältere Artikel »