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Archiv für die Kategorie ‘Minuten-Prosa’

Manchmal gibt es Dinge, die man tun sollte, auch wenn sie einem nicht geheuer sind. Vater sagt: „Soll ich das noch mal wagen? Bin ich nicht schon zu alt dafür?“ Und dann gibt es den Siebenjährigen, der zitternd auf dem Startblock auf die Trillerpfeife des Bademeisters lauscht und verängstigt zu Mutti guckt. Und Mutti fragt: “Ist [...]

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Manchmal frage ich mich, wer die Leute sind, mit denen ich zusammenarbeite. Dann ertappe ich mich dabei, wie ich ihnen im Fahrstuhl zu lange ins Gesicht schaue und versuche in der Mimik irgendwas zu lesen, irgendwas über sie zu erfahren, ob sie gern zur Arbeit gehen, was sie gern essen, ob sie das Wetter stört, sie noch [...]

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Wenn man älter als zwanzig ist, denkt man manchmal über Beziehungen nach, die man hatte. Beziehungen zu Männern, Frauen, Lehrern, Freunden, so was in der Art. Da gibt es Menschen, die einen das ganze Leben beschäftigen, obwohl man mit ihnen vielleicht nur ein halbes Jahr zusammen war oder zu tun hatte und dann gibt es [...]

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Es gab eine Zeit, ich erinnere mich nicht mehr genau an das Jahr, da hielt der Farbfernseher bei uns Einzug. Das kann Ende 1988 gewesen sein. Zwar lebten wir in der Zone nah an der Grenze, es handelte sich hierbei jedoch um die Grenze zu Polen, die Oder-Neisse Friedensgrenze, wie man uns im Heimatkunde-Unterricht ordentlich beibrachte. Als ich in [...]

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Das Ding ist, dass man – für sich - immer den Überblick behält, auch wenn es für andere nicht so aussieht. Dass man weiß, wie es vorwärts geht, auch wenn man dafür vielleicht den Weg noch mal ein Stück zurückgehen- oder sich von alten Träumereien verabschieden muss. Gerade hinstellen. Einatmen. Ausatmen. Einen Apfel essen. Weitergehen.
Das Ding [...]

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Wenn ich mich manchmal um- und zuhöre, was die Leute so reden, den lieben langen Tag, in den U-Bahnen, Geschäften, auf dem Amt, mit dem Nachbarn, im Treppenflur, am Schalter, hinterm Rücken, mit vorgehaltener Hand, dem Liebsten, der Mutter oder mit sich selbst, dann wünsche ich mir einen Recorder parat zu haben, der all das [...]

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Früher, als ich klein war, habe ich mir oft gewünscht, eines Tages ein eigenes Baumhaus zu besitzen. Ich habe mich nie gefragt, ob das vorteilhaft sein könnte, wie man da hoch kommt oder wieder runter, wie die Sache mit dem Klo aussähe oder der Dusche und ob man nachts, wenn man mal raus muss, über [...]

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Am Morgen, als du aufgestanden bist, war alles gut. Du warst entzückt, wie hell es war, viertel vor Fünf. Mit einem Ruck hast du die Vorhänge zur Seite gezogen und der Sonne mitten ins Gesicht gegrinst, mitten rein. Barfuss bist du über Parkett getippelt, hast zu Fitzgerald getanzt, dich für den Tag gerüstet und vier [...]

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Es ist eine Ewigkeit her, als ich dich das letzte Mal sah. Ich weiß nicht wie, wann und wo ich dich erreichen kann. Bist du sehr beschäftigt? Ich will dich besuchen, aber habe deine Nummer nicht und keine Ahnung, wo du wohnst. Es gibt keinen Ort, an dem ich dich finden kann, kein Tor, durch [...]

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-Eine Kurzgeschichte-
„Am Wochenanfang nimmst du dir immer viel vor, kriegst aber bis zur Mitte nichts auf die Reihe“, meckert Valerie und wird nicht müde: „Sonntag sagst du, morgen verändere ich was, gehe joggen. Berg runter, Berg runter, Berg rauf und dann ist Montag und du schaffst nicht mal das Wort zu buchstabieren und zu allem [...]

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