Fragen an den lieben Gott

Wo wohnt der liebe Gott?

Dürfen ihn nur Blinde sehn

Nur Taube hören, Irre fühlen

Die mit dem Glauben baden gehn

 

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Wo ist er?, fragt die Welt in Sorgen

Wo war er gestern, hilft er morgen

Ob er sich wohl zum Schlafe legt

Mit dem, der ein Geheimnis trägt

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Führt er vielleicht Prognosen

Verteilt und mischt er Karten

Weiß er warum die Menschen

viel zu lang auf Hoffnung warten

***

 

Ich frage ihn nach unserer Frist

Ein Anderer schreit erbärmlich

Gott hätte ihn nur angepisst

Mein Mitgefühl ist ärmlich

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Verzweifelt sagt der Pazifist

Er ist schon lange tot

Die Frage aber ist doch die:

Warum nur spüre ich ihn nie?

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… Kam in die höchste Auswahlrunde des aktuellen Lyrikwettbewerb 2008 (Literaturpodium). Höchste Auswahlrunde heißt: Platz 17 von 2500 Gedichten. Kann man ja ruhig mal sagen. So’n Platz 17 ist schon was! Besser als ein 3. Platz bei einer Spartakiade, bei der nur vier Hanseln antreten. Gedopt war ich auch nicht. Obwohl ich es mit einem Zacken in der Krone vielleicht auf Platz 12 geschafft hätte. Ich habe für den 17. Platz ein Preisgeld in Höhe von 1700 €, eine Flugreise nach Haiti, eine kostenlose Veröffentlichung in einer blöden Lyrik-Anthologie die sowieso keine Sau kauft und die dann immer für 50 Cent bei Lidl angeboten werden und ein Lob bekommen.

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