Ist unsere deutsche Sprache im Arsch?

Ich bin im Spreewald geboren, in der Lausitz aufgewachsen, fast in den Westen „rübergemacht“ und las kürzlich in der Zeitung, dass sich die Gesellschaft für Deutsche Sprache unters Völkchen gemischt und umgehört hat. Dabei stellte sie fest, dass der Deutsche flucht. Das tut er so oft und so viel, dass Wörter wie „Scheiße“ salonfähig geworden sind. Nein, seit wann das denn?, denke ich und lese erstmal weiter. Nun habe ich keine Ahnung, wo genau die Gesellschaft ihre Umfragen gemacht hat, aber in ein paar Ecken wirds schon gewesen sein. Vielleicht war auch einer von der Gesellschaft gestern auf der Fanmeile unterwegs, hoffe ich. Weiß man ja nicht. Wäre doch durchaus möglich.

Ferner meinte die Gesellschaft, dass mehr als 70% der Deutschen ab und zu das böse A-Wort über die Lippen kommt. Huch! Und was ist eigentlich (sic!) mit den Anglizismen? Deren Verwendung gehört mittlerweile dazu. Vielleicht macht man ein Update und die Umfrage am nächsten Weekend, wenn die Eltern mit ihren Kids in coolen Locations sind. Müsste man beim nächsten Meeting genauer besprechen. Was schon mal klar sein dürfte ist, dass der Deutsche auf Distanz mit der Rechtschreibreform ist. Eiferbübsch ober ooch, würde der Sachse sagen, wo wir wieder bei der guten deutschen Mundart gelandet sind. Am beliebtesten, so die Gesellschaft, bleibt Bayrisch und Platt. Berliner Schnauze geht vielen auf die Ketten, dann lieber doch sächsisch. Pamo, die nicht aus Sachsen, sondern aus Paraguay stammt, sagt: „Am wichtigsten ist, das man einander versteht, gell?“ Ich weiß nicht, ob ich daraufhin lachen oder heulen soll und halte gepflegt den Rand.


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