Berlin, kurz vor Vier

Ich weiß nicht, wie viele gerade das sehen können, was ich sehe. Ich weis nicht, ob ich die Einzige bin, die stehenbleibt und nach oben schaut, mit den Augen blinzelt, die Lippen aufeinander presst, die rechte Hand auf die linke Seite legt und fühlt, wie es darunter schneller pocht. Mild ist der Wind, der mir um die Nase weht. Ich atme tief ein und weit aus und kann ihn noch einmal fühlen: den Sommer, mitten im Herbst. Strahlenpinsel fließen wie ausgegossene Farbtöpfe über die Dächer Berlins und malen den Himmel purpur an. Sie streichen einmal links und viermal rechts und pappen das Grau der Woche zu. Für Zwanzig Minuten.

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