Der fremde Sohn

Christine Collins ist alleinerziehende Mutter und arbeitet als Telefonistin. Als sie eines späten Nachmittags von der Arbeit heimkommt, ist ihr 9-jähriger Sohn Walter spurlos verschwunden. Das übliche Prozedere beginnt: Vermisstenanzeige, Warten, Hoffen, Warten, Hoffen. Es heißt, die Polizei tue was in ihrer Macht steht, aber viel springt nicht dabei raus. Nach Monaten der Ungewissheit erhält die verzweifelte Mutter, gespielt von Hollywoods Supermama Angelina Jolie, einen Besuch von Polizeibeamten mit der freudigen Nachricht, dass der verschwundene Sohn am Leben sei und zu ihr zurückkehre.

Walter wäre mit einem Landstreicher unterwegs gewesen, ein bisschen dürr, aber es gehe ihm den Umständen entsprechend gut. Als Collins daraufhin mit der Presse im Schlepptau ihren Sohn vom Bahnhof abholen will, steigt nicht Walter aus dem Zug, sondern ein Fremder, der felsenfest behauptet, Walter zu sein. Collins ist zu schockiert, um reagieren zu können und nimmt das fremde Kind mit nach Hause. Was im Laufe des Films geschieht, wird von den Protagonisten überzeugend gespielt. Auch Jolie überzeugt. Man nimmt ihr die verzweifelte Mutterrolle ab, auch wenn sie dabei immer ein bisschen zu hübsch ist.

„Der fremde Sohn“ ist ein Drama über korrupte Behörden und noch mehr korrupte Polizei-Apparate, über schreckliche Heilmethoden in psychatrischen Anstalten, den Kampf einer Mutter um ihren Sohn, ein Drama über Kinderschicksale, Hoffnung und Verzweiflung und basiert auf einer wahren Geschichte, die Eastwood hochsensibel, aber nicht sentimental verfilmt hat. Was nach dem Gänsehaut-Film bleibt, ist mehr über den echten Fall, seine Hintergründe und die wahre Mrs. Collins erfahren zu wollen. Sehr spannend.

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