GNTM: „Ihr wart sensationell!“

Was für ein Christi Himmelfahrtstag! Was für ein beschissenes Wetter! Was für ein wunderwunderwunderschönes Germanys next Topmodel-Finale! Hundert Millionen Deutsche guckten sich zuhause vor den heimischen Flachbildschirmen die Augen wässrig und lauschten inbrünstig dem leicht nasalen Singsang samt Versprecherlis, Huhus und Tschüssis von Heidi Klum, Moderatorin der „sensationellen“ Show.

Ja, das war schon ein „ absoluter Wahnsinn“, als die Heidi mit ihren 35cm hohen Louboutins auf die Bühne stakste, ganz oft „keine Spucke mehr im Mund“ hatte, weil sie „wirklich aufgeregt“ war, in einer Riesenhalle eine Riesenshow vor einem Riesenpublikum zu moderieren. Live!

Alle (Publikum inklusive!) sahen „supertoll“ und „Hammer“ aus und freuten sich, einschließlich Sara, der Gewinnerin, die das auch  schon machte, als Marie noch einmal „alles geben“ wollte und Mandy feststellte, dass sie sich innerhalb der letzten drei Monate „vom Entchen zum schönen Schwan verwandelt“ hat. „Sensationell, Wahnsinn, einfach großartig“, diese Topmodels!

… „Was die alles geleistet und auf die Beine gestellt haben!“ Ja, das muss Frau schon mal sagen, verdient Respekt. War ja auch nicht einfach, so lange von zuhause weg zu sein, in soner blöden Schnösel-Villa zu wohnen, die in  besagtem Falle auch noch- wie schrääääcklich!- über einen hauseigenen Pool verfügte. Nicht zu vergessen, dass die armen Models nach Hawai, New York und ins Meer mussten. Zum arbeiten! Wie doof ist das denn? Aber die ganze Plage hat sich gelohnt. Die Gewinnerin hat neben tollen Werbe-Verträgen mit Hertie, Tschuldigung: C&A sogar ein Auto  bekommen, worüber sie sich natürlich – ja, büdde büdde,  ich sags zu gern- schon wieder „unheimlich“ gefreut hat.

Wenn man als Fernsehzuschauer nicht das Glück hatte, bereits während der Show an Fremdschämen gestorben zu sein, ist man spätestens 5 Minuten nach dem Finale schamdurchpulst hinter das heimische Sofa gekippt, weil man das Interview von red-Moderatorin und Wayne Carpendale-Freundin Annemarie einfach nicht mehr ertragen konnte, die natürlich auch alles unheimlich toll, sensationell und wahnsinnig schön fand und dabei nicht bemerkte, wie sie eine Schleimspur nach der nächsten legte und demzufolge auch nicht mitgekriegt hat, wie sich ihre ebenfalls wunderschöne Co-Moderatorin Hartnett verbal fast auf die Fresse packte.

Aber ist ja nicht so schlimm, denn alle die Germanys next top Model immer schön verfolgt und  wöchentlich geguckt haben, sind trotzdem glücklich und die frisch gekürte Siegerin Sara setzte sogar noch mal einen drauf, als sie am Ende der Show sagte, dass sie sich nun nicht mehr einfach nur freue, sondern ü b e r glücklich sei.

Ich hingegen bin überrascht, dass sich die Mädchen so „unheimlich“ wünschen, auf dem Cover der deutschen Cosmopolitan zu sein. Meines Erachtens zählt diese Zeitschrift zu den oberflächlichsten, dussligsten, werbelastigsten und sinnfreiesten Frauenzeitschriften, die wir in Dschörmänie haben. …Wenn ich schon an deren blonde Chefredakteurin Petra G. denke, die keine C, D und F-Promiparty mit ihrer Abwesenheit verschont, möchte ich mir am liebsten meine Knipse schnappen und ihr morgens auflauern, wenn sie in Schlappen und Falten am Arsch durch ihre sonnendurchfluteten Zimmer auf die Dachterrasse latscht und bedrömmelt in ihr Knäcke beisst. Für die Falten möchte ich ihr dann zu gern eine dieser Proben reichen, die sich ständig zwischen den Seiten ihrer dussligen Zeitschrift lümmeln. Vermutlich würde sie die Dinger selbst nie benutzen, denn Frau Chefredakteurin schwört  garantiert auf Hyaluronsäure und Turn around Visible Skin Renewer für einen ebenmäßigen Taint. Wahnsinn!

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