„Wenn dir das Leben eine Zitrone gibt, frag nach Salz und Tequila“

„Ich stieg aus meinem VW, ging über den Parkplatz zur Bar und trat ein. Die Bar war ein ungemütlicher Schlauch, mit einem Metalltresen, dessen Oberfläche schmierig wie eine Klortürklinke war. Im Fernseher flimmerte eine Superbowl-Übertragung, hinterm Tresen schichtete eine alte Frau Literflaschen in die rostbraune Brühe einer Kühlbox. Vor ihr stand nur ein einziger Gast, ein Mexikaner mit Lederweste und schwarzen, langen Haaren, der mich schon beim Eintreten provozierend angestarrt hatte. Er war stark betrunken, schwankte rum und suchte am Tresen sporadisch Halt mit den Armen, auf denen Sensemänner mit Mexiko-Flaggen und Maschinenpistolen tätowiert waren. Sein Gestank nach Achselschweiß und Alkohol verpestete den ganzen Raum.[…] Während er mit dem Blick eines Besessenen Stadt um Stadt aufzählte, vertiefte ich mich in den großen Popel, der in seinem Nasenloch klebte. Beleuchtet vom Eingangslicht, schillerte der Popel in phantasmagorischem Grün.“

Der König von Mexiko, S. 120.

In regelmäßigen Abständen werde ich künftig eine Liste von Büchern machen, die ich lese oder gelesen habe. Natürlich nur von denen es sich lohnt, sie zu empfehlen. Das momentane ist von Stefan Wimmer, einem Kulturjournalisten aus München und soll angeblich ein Buch „nur“ für Männer sein, ja ein richtiges Männerbuch eben. Da der Roman aber „so komisch geschrieben ist, dass man ihn in einem Zug wegkippt“, wüsste ich nichts, was dagegen spricht, warum ihn nicht auch Frauen lesen sollten. Wunderbar, dieser Wimmer!

Der König von Mexiko

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