Alles eine Frage der Einstellung

Das Ding ist, dass man – für sich – immer den Überblick behält, auch wenn es für andere nicht so aussieht. Dass man weiß, wie es vorwärts geht, auch wenn man dafür vielleicht den Weg noch mal ein Stück zurückgehen- oder sich von alten Träumereien verabschieden muss. Gerade hinstellen. Einatmen. Ausatmen. Einen Apfel essen. Weitergehen.

Das Ding ist, dass man Gewohnheiten, die einen lähmen, über den Jordan werfen muss. Mit einem Ruck! Man kann als Ausgleich mit neuen beginnen: Ab jetzt, morgens lieber ein Tässchen Tee, nicht mehr den Nachbarn von gerade rüber zum Fernglasgucken provozieren, indem man vor offenem Fenster halbnackt Kniebeugen macht oder komplett nackt durch die Küche läuft. Man könnte anfangen, Frau Bandit freitags zur Vesper einzuladen, um alten Geschichten über den Kalten Krieg, Erich und die Kolchose zu lauschen. Das Ding ist, dass man unangenehme Tage durchhält, unangenehme Menschen schnell vergisst und nie versucht, dass Feld von hinten aufzurollen. Beruhigend: Die rechte Hand auf die linke Seite legen und fühlen, wie es darunter pocht. Das Ding ist, dass Leute mit Yoko Ono-Brillen nicht unbedingt Shisha-Raucher sein, – und in fremde Kofferräume kotzen müssen, dass Damen mit Bärbel Schäfer-Grinsen oft nur zuviel tuscheln, weil sie sexuell nicht ausgelastet sind und gern ihresgleichen küssen würden. Das Ding ist, dass einem beschissene Tage nichts ausmachen sollten. Ruhig bleiben, wenn ein 0,1l Glas Pinotage in der „Fleischerei“ mittlerweile Vierfuffzig kostet. V i e r  f u f f z i g. Habt Ihr sie noch alle?

V i e r f u f f z i g. Man müsste Euch die Weinkarte um die Ohren haun!

 V i e r  f u f f z i g… Ich demonstriere. Ich protestiere. Ich signalisiere:  Nochmal das Gleiche!

Das Ding ist, dass man – für sich – immer den Überblick behält, auch wenn es manchmal für andere nicht so aussieht.

 

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