Pamo lasziv auf StudiVZ

Gerade las ich, dass es in einem Netzwerk, ich glaube es war SchülerVZ, wieder ’ne Datenpanne gegeben hat. Die Betreiber können natürlich nüscht dafür, klar! Wie darf man sich das vorstellen? Da kommt also irgendein Heini und kopiert Daten, die vom Umfang ungefähr so groß wie die Brandenburger Seenplatte sind oder was? Gut, der Vergleich hinkt, aber er soll ja auch nur anschaulich rüberbringen, dass es sich hierbei um eine große, riesengroße, mordsmäßig, galaktisch, monströse Datenmenge handelt. Ist mir gelungen, oder?

Manchmal frage ich mich, was sich diese Leute, Wahnsinnigen – vielleicht sollte man sie besser naive Ahnungslose nennen – dabei denken, wenn sie sich in unzähligen Netzwerken anmelden. Ich will jetzt nicht ins Detail gehen und alte Debatten über den Sinn von StudiVZ oder Jappy rezitieren. Dafür erzähle ich eine Geschichte. Damit hab’ ich es ja. … Sollte vielleicht lieber am Manuskript weiterarbeiten.

Die Geschichte beginnt so:

Es war einmal vor langer, langer Zeit, als ich in einem Kongress–Center gejobbt habe. Ich war sozusagen in der „Schnittstelle zwischen externen Dienstleistern und internen Vertretern“ des Hauses tätig. Wie das genau gemeint ist, versteht zwar keine Sau, stand aber so in meinem Zeugnis. Ich würde die Tätigkeit treffender mit dem Satz: „Verena saß am Telefon“ bezeichnen, aber mich hat ja damals keiner gefragt.

An einem schönen, sonnigen Tag; ich hatte Dienst mit Pamo aus Paraguay, stand das Telefon still. Folglich hatten wir nichts zu tun. Während ich auf Gala.de via „Style–Check“ den Stars erst Vokuhila–Frisuren verpasste und dann über Til Schneider lästerte, nutzte Pamo die Zeit, um ihre Studi–Dingsbums-Seite aufzupimpen. Es war sehr interessant, was und vor allem wer auf ihrer Seite zu sehen war. Zuerst schockten mich ihre Freunde. Sie hatte nämlich ziemlich viele und zwar an die fünfhunderttausend oder so. Dann zeigte sie mir ihre Fotoalben: Pamo auf der letzten Party, in der Badewanne, mit lasziven Blick unter der Dusche, Pamo im Suff, mit Lippenstift und Lidstrich, Pamo als Brigitte Bardot und knutschend mit dem in Vergessenheit geratenen Viva–Moderator Nils Bokelberg. Hast du keinen Schiss, dass dir mal jemand ans Bein pissen will und deine Schlüppi–Fotos an die Zeitung oder zum Chef schickt, fragte ich, aber sie konnte meine Sorge weder verstehen, noch einordnen. „Du bist aber spießig!“, antwortete Frau StudiVZ und schob ihr Fast–Oben–Ohne–Foto ins Bildbearbeitungsprogramm. „Weichzeichner muss schon sein, sonst wirke ich zu streng!“

Zu streng? Hat sie zu streng gesagt, fragte ich mich selber. Pamo sah auf dem Bild aus, als wäre ihre Ausbildungsstätte die Oranienburger–Strasse! Aber ich schwieg und guckte Bildchen. Nach der Ausbildung wollte sie in der deutschen Botschaft in Paraguay arbeiten, hat sie mir erzählt. Ich hatte natürlich, mit dem Wissen um diese Bilder, ernste Bedenken, aber sie meinte, dass sei überhaupt kein Problem. … Muss man sich mal vorstellen: Da sind Pamos Partyfotos vielleicht schneller in der Botschaft, als sie selber. Meine Güte. Wir leben in rasanten Zeiten.

Studi VZ

Ich finde, das Bild hat irgendwas von Jonathan Meese.

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