„Klirrende Kälte“ und ein Wort zum Sonntag

Manchmal denke ich, dass jemand kommen- und den Medien mal wieder eins auswischen müsste, sie so richtig schön vorführt und verhonepiepelt, ihnen einen Spiegel vors Gesicht hält und zeigt, das da nichts ist, was man entdecken könnte, außer einem widerlichen, ungewürzten Pudding. Mich stören die Medien nicht. Sollen sie berichten. Mich stört nur die Art und Weise wie sie das tun. Wie Moderatoren ihre gespachtelten Gesichter in die Kameras halten und den Zuschauer dabei nicht mit persönlichen Kommentaren verschonen, über sinnfreie Berichte den Kopf schütteln oder bedrömmelt grinsen. Mich interessiert weder der persönliche Standpunkt eines Moderators zu einem Thema, noch interessiert mich seine persönliche Meinung zum Weltgeschehen. Und welche bescheuerten Modekonzerne die Moderatoren ausstatten, interessiert mich bitteschön auch nicht!

Ich will mich nicht über die Moderatoren aufregen, machen schließlich auch nur ihre Arbeit (außer vielleicht Johannes B.!) und über die deutsche Medienlandschaft will ich mich auch nicht echauffieren, bringt ja nix. Aber manchmal, darf man das überhaupt laut sagen?, wünschte ich mir einen zweiten Schtonk – einen, der die Medien beim Schopfe packt, sie aber in dem Irrglauben lässt, dass es umgedreht wäre und dem gewinngeile Chefredakteure ein Vermögen zahlen, weil sie eine Mordsstory wittern, die in Wirklichkeit eine Finte ist. Ach, wäre das schön! Zig Medienbosse würden sich vor Ärger in ihre Designerhosen scheißen, wenn rauskäme, dass sie verarscht worden sind und sie einer Geschichte verfallen sind, von der der Sender sich Einschaltquoten in Milliardenhöhe erhofft hat.

Was mich auch immer wieder erstaunt ist, wie unheimlich dusslig die Leute sind, die beim TV arbeiten. Ein Beispiel: Es ist Winter. Im Winter ist es kalt. Manchmal schneit es. In letzter Zeit bleibt der Schnee liegen. Wenn es schneit und stürmt und die Temperaturen bis Minus Zwanzig Grad klettern, ist es so, dass man das zu fast 100% dem Winter zuschreiben kann. Der Winter hat das nämlich so an sich! Wenn dann aber Leute aus’m Fernsehen auf den Brocken latschen, sich hinstellen und sagen, dass es „verdammt kalt hier oben“ ist und ihnen ratzifatzi die Zehen abfrieren, wenn sie sich nicht bewegen, dann frage ich mich, ob diesen Leuten nicht eher ihre Synapsen statt ihrer Füße abgefroren sind. Es ist auch nicht mehr so, dass man einen Zustand einfach nur als kalt, a.rschkalt oder saukalt beschreibt. Nein, neuerdings ist es „klirrend kalt“. Klirrend kalt klingt gut. Ein klirrend kalter Winter. Wahnsinn! Was machen die nur, wenn es im Sommer über 30 Grad wird? Nein, büdde, büdde, nicht verraten! Ich wills nicht wissen.

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