Selbsterfüllende Prophezeiung

Prolog: „Dieser Winter dauert ungewöhnlich lange. Vielleicht ist er der kälteste seit hundert Jahren. Vielleicht hält er noch zwei Wochen an oder vier oder zwanzig. Aber heute ist es gar nicht mehr so grau, wie in den vergangenen Tagen. Ob es bald Krokusse gibt? Das Schöne ist, dass ich noch kein einziges Mal gestürzt bin. Ja, ich blieb verschont von Frakturen, Verstauchungen und blauen Flecken. Ist das nicht toll? Oh, da vorn, ein kleines Eismeer! Sieht gefährlich aus! Ob ich außen rum gehen sollte? Nein, nein, so glatt wird es schon nicht sein. Ich spaziere da jetzt drüber und sollte ich mich in diesem Winter tatsächlich doch noch aufs Maul packen, dann auf diesen herrlich glitzernden Kristallen!“, sprach ich in Gedanken vor mich hin. Und da war sie: Die Selbsterfüllende Prophezeiung. RUMS!, hat es laut gemacht, bevor der linke Absatz drei Meter weit flog und mein Steißbein gefühlt in dreißigtausend Splitter zerfetzte. Im Krankenwagen stellte ich fest, dass Rossmann geschwindelt hat. Sieht so wasserfeste Wimperntusche aus? Na, ich weiß ja nicht. Aua, ein Steißbeinsplitter! Herr Dr. könnten Sie bitte einen Termin beim Qualitäts-Management für mich vereinbaren? Ich möchte mich beschweren.

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