Robert und der weiße Trenchcoat

 

Ich weiß nicht, wie viele Billionen Mode-Blogs es gibt, ist mir auch pupe. Jedenfalls kam mir in den Sinn, dass ich –  jetzt wo es wieder an die 12 Grad draußen ist – mal meinen Kleiderschrank ausmisten- und auf Vordermann bringen könnte. Frauen haben ja wirklich  oft viel zuviel Scheiß! Jesus Maria, haben die Motten bei mir ein Haufen zu Fressen! Da ist von der Vorspeise bis zum Absacker alles dabei! Die Motten meines Kleiderschrankes führen ein glückliches Leben.

Sie kriegen viele kleine Mottenkinderchen und sind alle miteinander verwandt. Ich wollte die eng gestrickte Familien-Fehde natürlich nicht zerreißen, aber so ein inzestuöses Familienverhältnis in meinem Haushalt ist auf Dauer auch nicht die feine englische. Also wurde ausgemottet, anprobiert, fotografiert und ein paar Sachen zum Verhökern auf Ebay gestellt. Die ersten Momente auf dieser Plattform haben meines Erachtens ein Drittel Heiliges. Da sitzt du vor deinem PC, guckst, lädst hoch, lutscht am Daumen, wackelst, rutscht auf dem Stuhl hin und her und wartest die ersten Reaktionen ab. Schließlich willst du die Angelegenheit ja so schnell wie möglich hinter dich und die Klamotten am besten für richtig Asche an die Frau (oder wen auch immer) bringen. Meine erste Reaktion in der Ebay-Kategorie: Damen/ Jacken und Mäntel/ Trenchcoat kam von robertsuchtgeilensex@hotmail.com und lautete:

„Hallo, ist der weiße Trenchcoat noch zu haben?“ 

Oh Gott. Was will der Robert mit meinem unschuldsfarbigen Trenchcoat? Robert, wenn du den guten, weißen Mantel einsauen- und schmutzig machen willst, gebe ich ihn lieber dem Vetter 6. Grades von Motte Nr. 21, ist das klar?

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