wenn man…

Wenn man sich im Büro mittags vornimmt, abends mal wieder tanzen zu gehen und dann doch zu Hause bleibt… wenn man in einer kleinen, bescheidenen Küche vorzüglich gekocht hat, satt an einem provisorischen Tisch sitzt und mit der Gabel gedankenlos Kreise auf dem Teller zieht… wenn man genießt, wie warm man es hat, während draußen der Winter in die nächste Runde geht… wenn man schon lange im weichen Licht der Küche gesessen hat und bei einem Gläschen Bordeaux in den schönsten Erinnerungen schwelgt, dass ein Vorschlag zum Aufbruch erst Schulterzucken, dann Kopfschütteln verursachen würde… wenn es so still und dunkel im Treppenhaus ist und nur noch die dicke Katze von gerade rüber ihr Leid in die traurige Welt klagt… wenn die Hoftür längst verschlossen und der Schlüssel nicht gefunden werden will… wenn man sich unwohl fühlen würde, noch mal zur Mascara zu greifen und in die Jeans zu schlüpfen… wenn der Wein so gut mundet und man froh ist, zu Hause zu sein, dann: Ist man für diesen Abend wirklich zufrieden und das Gefühl, irgendwas verpassen zu können, sickert mit den letzten Essenresten in den Abfluss.

Zweitausendzehnmal mehr als sonst genießt man an einem solchen Abend, dass da jemand neben einem sitzt und einfach nur da ist und der, wenn er aufsteht um die Platten zu wechseln und die Karaffen zu füllen, einem sanft über den Kopf streichelt, dass man unter dieser – wie selbstverständlichen – Geste im Inneren vor Rührung fast ein bisschen zusammenbrechen möchte.

Foto: unknown, Text inspired by Franz Kafka.

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