Der Frühling hat ein Alkoholproblem

Hatte ich schon erwähnt, dass ich mich gerade umstelle, einstelle, neu aufstelle? Für wen macht sie das denn, werden einige fragen. Hat sie einen neuen Typen? Nein, nein, nein – Leute. Das mache ich für meinen großen Kumpel, den F r ü h l i n g! Ich freue mich wirklich ungemein, dass er mal wieder bei mir vorbeischaut und letztens, als ich ihn vorne an der Ecke traf und wir ein kurzes Pläuschchen hielten, meinte er, wenn er das nächste Mal kommt, bliebe er länger. Ihr müsst wissen, dass ich schon ziemlich lange mit dem Frühling befreundet bin, obwohl er mich das eine oder andere Mal böse enttäuscht – und übel belogen hat.

Beispielsweise kündigte er seinen Besuch am Monatsanfang an; ich richtete mich ein, machte mich schön und dann kam er nicht, weil er in irgendeinem blöden Land den Bräuten am Strand auf die M.öpse starrte. Der Frühling ist ein oller Spanner. Wissen aber die wenigsten. Er hat es faustdick hinter den Ohren und steht auf alles, was krabbelt, kreucht und fleucht. Aber wenn er erst mal da ist und es sich bei mir gemütlich gemacht hat, dauert es meist eine Weile, bis er sich wieder verdünnisiert. Er ist nämlich nicht gerade ordentlich, der Frühling und manchmal auch eine richtige Pottsau! Dann liegt sein ganzes Zeug in meiner kleinen Bude verstreut und es dauert Monate, bis man das alles wieder aufgeräumt hat. Dem Frühling ist das egal, der hat die Ruhe weg!

Übrigens pennt er morgens unheimlich lange und kriegt den Arsch nicht hoch, wenn er sich abends im Park die Hucke vollgesoffen hat. Ich will jetzt nicht behaupten, dass der Frühling ein Alkoholproblem hat oder so. Aber es kam schon vor, dass wir beide nächtelang um die Häuser gezogen sind und uns die Erdbeer-Daiquiris aus den Ohren tropften. Das waren Zeiten! Wenn er die nächsten Tage auf der Matte steht, werde ich ihn erstmal ein bisschen zum Sportmachen überreden. Schließlich hat er in den letzten Monaten keinen Finger krumm gemacht, der schlaffe Sack! Im Rudern ist er auch ne Nulpe. Das werde ich für ihn übernehmen, nicht, dass er gleich wieder außer Atem ist. Und bitte Frühling: Reiß’ dich diesmal ein bisschen zusammen, sonst zahlst du demnächst Miete, wenn du bei mir monatelang rumlungerst! Der Abwasch macht sich übrigens auch nicht von alleine, hörste!

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