Der Werkzeugkoffer und ich

Ich heute: Kaufe mir bei OBI ein neues Muttirad mit Körbchen für hunderfuffzig Euronen und bin – während ich mit dem neuen Rad die Bornholmerstrasse Richtung Heimat radle – mächtig stolz. Man kann ja heutzutage vergessen, wenn man sich ein Rad kauft, dass man das Ding direkt aus dem Laden rollen kann. Nix! (Jedenfalls nicht, wenn man zum Rad-Kauf in einen Baumarkt latscht.) Da müssen die Pedalen selber rangeschraubt- und der Lenker festgezogen werden. Gänge einstellen, hinten festziehen, vorne festziehen, in der Mitte noch mal nachschrauben, Bremse festziehen, Muttern drehen und so weiter. Hab’ ich natürlich alles alleine gemacht inklusive mich komplett mit Schmiere einzusauen, „wie wo was weiß OBI“, mitten im Gang.

„Wir dürfen hier nicht helfen, ist nicht mit im Preis!“ hat der Volker freundlich gesagt und mir Vatis großen Werkzeugkoffer in die Hand gedrückt. Dann war er wieder weg, der Volker. …Und ich stand da, mutterseelenallein. Bei Obi. Mit meinem neuen Fahrrad und allerlei Werkzeug. Imbusschlüssel, Knochen, Kneifzange. Immer her damit! Und was knipse ich, als ich endlich zu Hause bin? Die Sonne hinter den Straßenbahnschienen! Hat meinem neuen Rad, glaube ich, nicht gepasst… Bremse vorne rechts ging plötzlich nicht mehr. Schlechtes Omen, ganz schlechtes Omen.

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