Die Sache mit der Gelassenheit

Es ist schon manchmal zum Augen rollen, was einem alles so im Kopf herumspukt und für Gedanken kommen, wenn man schlafen will, weil man vielleicht früh raus muss oder eigentlich müde ist oder auch überhaupt keine Lust zum Nachdenken hat. Und dann, so im Dunkeln im Bett liegend, denkt man über Dinge nach, für die man am Tage keine Zeit hatte: Das Leben, Freunde, Familie, den Job oder ob man nicht wieder malen sollte, ein neues Buch lesen, einen Fremden herzen, verzeihen, loslassen, von vorn anfangen, was auch immer. Ich hab’ das dann oft, dass ich mein jetziges Leben unwillkürlich mit meiner Kindheit vergleiche und eh ich mich versehe, fallen mir noch mehr Dinge ein, über die ich jahrelang nicht nachgedacht habe und die vergessen, ja beinahe verschüttet schienen.

…Und während man mit all diesen Gedanken über Morgen und Gestern und der Angst vor dem Schmerz, der kommen könnte oder der Ohnmacht, der Unsicherheit oder der Zukunft, die Finger über die Decke streicht, als wäre sie ein Freund und  die Schatten der vorbeifahrenden Autos an der Wand betrachtet, werden die Augendeckel immer schwerer und schwerer und man schläft mit einer Gelassenheit ein, von der man sich manchmal fragt, wo sie tagsüber nur gewesen ist.

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