A piece of gold

Man müsse jetzt wegfahren, sagte Birne heute, irgendwohin, wo es warm ist, wo einem die Stadt nicht auf den Geist geht und die Leute und das Wetter, der Verkehr, die Politik und Merkel, und wo die U-Bahnen ganz leer sind oder besser noch: irgendwohin, wo es keine U-Bahnen gibt, keine Leute, nur Meer und Ruhe und den Himmel und so. Wir überlegen daraufhin ein bisschen, wo das genau sein könnte, und während Birne über günstige Reiseangebote nachdenkt und sich dafür kurioserweise bei der Mitfahrzentrale anmeldet, sehe ich ihm dabei zu, höre währendessen ein bisschen Phoenix und habe das Gefühl, während ich die Augen schließe und mich in meine leicht beschmatterten Couchkissen zurücklehne, dass man für so ein bissschen Urlaub im Kopf und Erholung im Geiste ja eigentlich nur die richtige Mucke braucht und vielleicht noch eine Muschel  dazu am Ohr, dann geht das schon, dann ist das alles doch gleich viel weniger triste und kalt, und manchmal braucht es dafür wirklich keine zwei Minuten bis son bisschen Urlaubsstimmung aufkommt, die sich dann wie ein großes Badehandtuch über den grauen Alltag legt. Ich bin ein Urlaubsstimmungszauberer, ich weiß das. 

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