Latschen mit Lammfell

Dieses Jahr ist an mir vorbeigerast, unglaublich! War nicht eben erst Weihnachtsfeier? Bin ich nicht gerade erst in diesen Wahnsinn gestürzt und habe für die Verwandten Geschenke besorgt, mal wieder auf den letzten Pfiff? Und wo ist der Sommer und mit ihm die hübschen Mädchen in den Mickey Mouse-T-Shirts und den kurzen Hosen? Ich sehe noch die Blonde vor mir, die letzten Sommer barfuss am Wohnzimmer vorbeigeschlendert ist. Ich sehe den Sonnenbrand auf ihrer Schulter und ihre trockenen Haarspitzen und jetzt höre ich, wie sich Haumeister und Hauswartsfrau im Hof streiten, weil keiner von beiden Bock hat, den Schneeschieber zu benutzen und die Einfahrt freizuschieben. Der Hof erstickt unter einen dicken Schneemasse und der halbe Prenzlauer Berg hastet in die Ossi-Arkarden, um was für Tante Erna zum Fest zu besorgen, am Besten was für 5 Euro, sie tauscht es ja sowieso um. Nebenan höre ich die Nachbarin flennen. Ihr Typ, so ein Sparsamer, hat ihr gerade mitgeteilt, dass er Lichterketten blöd findet, weil sie einen Heidenstrom verbrauchen. Dabei wollte sie es nur ein bisschen hübsch haben. An meinem Schal hängt Rotz, meine neuen Fake-Ugg-Boots haben den Geist aufgegeben und sorgen für nasse Füße, die Handschuhe gewähren dem ollen Wind freien Eintritt. Eben ruft Mutter an und fragt, ob ich nicht noch was für Seppi, Tante Renate und Onkel Klaus besorgen könne. Sie kommt gerade zu nix, meint sie. …Kann sein, dass ich mich Weihnachten absetze, wenn ich bis dahin nicht an der ganzen besinnlichen Besinnlichkeit hops gegangen bin. Ich sag‘ es deswegen lieber schon mal vorher: Frohes Fest!

Onkel Klaus wollte was noch mal? Ach so, ja: Latschen mit Lammfell. Wie konnte ich das nur vergessen? Schließlich gabs die voriges Weihnachten auch schon…  

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