Ruffy vs. Klaus

Son Mist, da hat einer seinen Hund verloren! Schlimm, ja, immer wieder traurig, wenn einem die liebsten Pelztierchen flöten gehen. Ich weiß ja auch nicht, genau genommen finde ich, dass man in Großstädten eigentlich keine Haustiere haben sollte, zumindest keine Hunde. Eine Freundin von mir, so eine Psychologin, hat auch einen Hund. Ich finde, dass ihr Köter, er heißt Ruffy und ist eine Promenadenmischung, jedesmal wenn ich ihn sehe, einen depressiven Eindruck macht. Einen sehr sehr depressiven Eindruck. Aber meine Freundin sagt, ich irre mich. Gut, vielleicht irre ich mich.

Worin ich mich aber nicht irre ist, dass ich glaube zu spüren, dass Ruffy auch etwas Intellektuelles und Geheimnisvolles hat. Und was Melancholisches! So ein bisschen jedenfalls. Manchmal dreht er aber auch ohne erkennbaren Grund vollkommen durch, richtet das Essen auf den Tellern in der Küche anders an oder designt Schuhe neu. Das ist wohl der Künstler in ihm, denke ich dann, keine Ahnung. Jedenfalls, ich wiederhole mich, ich merk’ schon, finde ich Hunde in der Großstadt nicht so gut, genauso wenig, wie ich Zwergkaninchen oder Kaninchen im Allgemeinen in Großstädten auch nicht so gut finde. Ich hab’ mal ein Kaninchen auf einem Balkon gesehen. Es hoppelte zwischen zwei Blumenkübeln und landete später abgeknipst als Bildschirmhintergrund auf einem versifften PC. Der Anblick ließ mich innerlich zusammensacken. Das Einzige was geht, sag’ ich jetzt mal so, sind Fische. Kleine Fische. Silberfische. Die brauchen keine Medikamente und können nicht depressiv werden. Ist das nicht beruhigend? Schade, dass Silberfische kein langes Haltbarkeitsdatum haben, ich meine, sie werden ja schließlich nicht so alt wie diese tollen, großen Schildkröten auf Galapagos. Sonst könnte man die nämlich fragen, was die Vormieter so für Leute waren,  ob sie vielleicht Hunde hatten oder Kaninchen, oder  nur einander.

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