Konsum bis zum Tod

Apples dunkles Geheimnis

Der junge Mann sieht direkt in die Kamera. Ein Mal tut er das, dann nie wieder. In seinem Gesicht ist keine Freude, seine Augen sind traurig. Er hat Schmerzen. Er ist 26 Jahre alt. Er hat Leukämie. Der junge Mann ist inzwischen längst tot. Er arbeitete zuvor, wie viele anderer moderner Sklaven in China, in einer Fabrik und ist in diesem Loch krank geworden.

Keine Arbeitsgesetze, keine Rechte, keine Schutzmaßnahmen, keine freien Tage. Der Mann, der für einen Dumpinglohn als Sklave für unsere Welt geschuftet hat, ist von einem Dach gesprungen. Weil er die Schmerzen nicht mehr ertragen konnte und die verfickte Hoffnungslosigkeit seines kurzen, traurigen Lebens. Viele vor ihm sind schon gesprungen, viele nach ihm werden es noch tun. Weil wir die Konsumenten sind! Weil wir gern konsumieren. Weil wir es uns leisten können. Weil uns der Konsum ruhig weiter aus den Ohren quillen kann, auch wenn er uns längst das Hirn und den Arsch verstrahlt und verstopft hat. Weil wir modern sein wollen. Weil wir bequem sind. Weil wir wegsehen. Weil uns Nachdenken anstrengt. Weil wir meinen, dass es uns nichts angeht, wie die Arbeitsbedingungen in Asien sind, einem Land, das so weit weg ist und nicht vor unserer Haustür! Weil wir nicht vier Milliarden verdienen wollen, sondern viereinhalb. Weil wir den Hals nicht vollkriegen. Weil wir so gern das neue I-Phone wollen. Weil es uns, wenn es uns schon nicht egal ist, dass andere mit ihrem Leben für unseren Wohlstand bezahlen, ohnmächtig macht. Und wir Ohnmacht ablehnen. Was kann einer allein schon gegen diese Ungerechtigkeit tun? Was soll ich als Einzelner schon ausrichten?

Vielleicht ist es nur ein Tropfen auf den heißen Stein, der in einer Sekunde schon wieder verdunstet sein wird, aber ich hoffe, dass sich viele diesen winzig, kleinen Film anschauen. Und nachdenken. Und ihn womöglich wieder vergessen, die Menschen und ihre Schicksale aber nicht.

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