Cash Mob für Avi

Eine ganze Stadt liebt diesen Mann und seinen Laden

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Avi Gandhi liebt seinen Laden. Als seine Frau an Krebs erkrankt, schuftet er 12 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Doch das Geld reicht nicht. Dann haben seine Kunden eine sensationelle Idee.

Manchmal sind es die kleinen Geschichten, die einen berühren. Geschichten von einfachen Leuten, die meinen, nur kleine, unbedeutende Dinge zu tun, für die sich keiner interessiert. Menschen wie Avi Gandhi. Seine Story ist in unserer konsumorientierten Geiz-Gesellschaft wie eine wärmende Decke und zeigt, dass man mit Zusammenhalt und Mitmenschlichkeit so viel erreichen kann. Avi Gandhi lebt in einem kleinen Vorort von New York. Als Kleinunternehmer hat er seinen eigenen Laden. Die Leute lieben ihn, weil er eine ganz besondere Art hat. Eine Kunde ist bei Avi nämlich nicht einfach nur ein Kunde, er ist in erster Linie ein Freund, um den er sich kümmert.

Ein Leben im Laden

„Avi ist wirklich der netteste und ehrlichste Kerl, den ich kenne“, so einer seiner Kunden. Ein anderer ergänzt: „Ich liebe ihn einfach, wir alle tun das.“ Und obwohl Avi sich einer treuen Stammkundschaft erfreut, die er sich in all den Jahren aufgebaut hat, blieb er von finanziellen Schwierigkeiten nicht verschont. Denn seine Frau erkrankte an Krebs. Zwar überlebte sie die schwere Krankheit, aber das Paar blieb auf den Arztrechnungen sitzen, die so hoch waren, dass Avi um seine Existenz fürchten musste.

„Ich arbeite hier 12 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. So ist das nun mal, wenn man einen Laden hat. Es geht ja nicht nur mir so, sondern allen Ladenbesitzern. So einen Laden zu managen – das ist eine „One-Man-Show“, sagt Avi und ergänzt mit tränenerstickter Stimme: „Und das war in den letzten Jahren nicht anders gewesen, ich habe so gut wie keine Zeit mit Bharati verbracht. Ich war nicht bei ihr, als es ihr so schlecht ging, ich war im Laden, immer nur im Laden“.

Auch als seine Frau im Krankenhaus war, blieb Avi im Laden, um die Geschäfte am Laufen zu halten und die vielen Arztrechnungen begleichen zu können. Dennoch fühlt er sich schuldig, sagt er. Und obwohl er alles in seiner Macht Stehende getan hat, um das finanzielle Desaster zu meistern, nahmen die Rechnungen Überhand und der Kleinunternehmer war gezwungen, seinen geliebten Laden dichtzumachen.

Levittown liebt Avi

Was Avi in seiner misslichen Lage aber unterschätzt hat, sind seine treuen Kunden. Die beschlossen nämlich, ihrem Avi unter die Arme zu greifen. „Ich sagte nur, wäre es nicht cool, wenn wir uns alle zusammentun und Avi helfen würden? Wir könnten seine Regale leer kaufen, wir könnten für ihn sammeln“, so Dennis, einer von Avis Kunden und weiter: „Avi hat es verdient zu erfahren, dass wir alle ihn lieben, ich glaube nicht, dass er weiß, wie sehr wir das alle tun!“

Also beschlossen Dennis und seine Frau einen sogenannten „Cash Mob“ zu organisieren, an einem Tag, an dem alle Kunden für Avi und seine Frau Geld zusammenlegen und bei ihm einkaufen. Über 100 Leute nahmen an der Hilfsveranstaltung teil. Eine Flut von Helfern, die Avi komplett überraschte. Immer mehr Kunden stürmten seinen kleinen Laden. Im Schockzustand sagt Avi: „Was ist hier nur los? Irgendwas stimmt nicht! Das ist doch nicht real!“
Am Ende eines erfolgreichen Verkaufstages richtet Avi sich noch einmal an seine Kunden: „Ich liebe euch alle. Jetzt müssen wir nur noch beten, dass ich mein Geschäft behalten kann“.

Bei dem Cash-Mob für Avi kamen mehr als 600 Dollar zusammen, vielleicht nicht genug, um ihn aus der finanziellen Schlinge zu ziehen, aber mehr, als er sich jemals erträumt hatte: Freunde, die ihm helfen und an ihn glauben.

(erschienen auf: WeltN24.de)

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