Mein Life mit mir selber

Brückentag. Ich schlendere zu Facebook und alle haben, obwohl gestern Germanys Next Top Model war, recht gute Laune. Komisch, denke ich, ich habe weniger gute Laune. Vorhin habe ich mich mit einer Freundin getroffen, eine, die auch einen Instagram-Account hat. Ich hätte mich fast mit ihr gestritten, weil ich neidisch war, dass die Erdbeeren, die wir gemeinsam bei ALDI kauften, auf ihrem Account irre satt rot aussahen, während meine, nach nur einem Tag im Kühlschrank, schimmelten. Aber sie sagt, die wären so, da sei kein Filter drüber, da muss dann halt entweder was mit meinen Erdbeeren oder mit meinem Kühlschrank nicht stimmen. Der Kühlschrank ist von Bomann, ich trau dem schon länger nicht. Jedenfalls ist die Freundin dann joggen gegangen und hat dabei Wahnsinns-Fotos von Bänken, Bäumen, Knospen und dem Himmel gemacht.
Zurück zu Hause sage ich zu Hase, dass ich mir vielleicht auch einen Instagram-Account anlege, wo ich mein Life dokumentiere. Hase packt gerade die letzten Kisten für den Umzug und will wissen, was mit der Klobürste ist, ob wir die jetzt mal weghaun. Ich sage ihm, die könne man im Klo einweichen und das machen wir dann. Wir schauen zu, wie das magentafarbende Kloreinigungsmittel künstlerisch vom Klorand läuft. Dieser Anblick animiert mich sofort bei Youtube: »Aquarell-Tutorial – Vom 1. Schritt zur eigenen Vernissage« einzugeben. Ich mache dann aber doch mein Bett.
Übrigens sieht das Bett meiner Freundin aus wie ein milchiger Tagtraum. Wenn man die Augen schließt, kann man unter der verwühlten Bettdecke noch die Leidenschaft riechen. Rechts, das ist mein romantischer Nachttisch. Die Hanteln, nur damit Ihr es wisst, eignen sich prima, um damit gegen die Wand zu wummern und dem Nachbarn zu zeigen, was man von seiner Bohrerei, morgens um Achte, hält. Sie dienen auch als perfekte Drohgebärde für den Rasenmähermann. Auch für den Trizeps sind sie gut, aber ich kann ja nun schließlich nicht alles abdecken.

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